Anfang Februar 2012 nimmt die neue Justizvollzugsanstalt Düsseldorf ihren Betrieb auf. Mit 855 Haftplätzen ist es eines der größten Gefängnisgebäude Deutschlands und ersetzt bestehende Einrichtungen, die dem aktuellen Bedarf nicht mehr genügen. Ende September 2011 hatte Bilfinger Berger Hochbau die Justizvollzugsanstalt schlüsselfertig über den BLB NRW an das Land Nordrhein-Westfalen übergeben.
Bevor der Umzug in die neue Anlage erfolgen wird, stellten Justizminister Thomas Kutschaty und der Leiter der JVA Bernhard Lorenz die neue Haftanstalt am 19. Januar 2012 öffentlich vor. Auf rund 125.000 Quadratmetern wird hier der moderne Behandlungsvollzug umgesetzt. Die Häftlinge sollen in dieser Großanstalt mit einem umfänglichen Betreuungsprogramm motiviert werden, ihr Leben auf eine neue, vielfach erstmalig gesellschaftsfähige Grundlage zu stellen – damit haben sie deutlich höhere Chancen, zukünftig geordnet und straffrei zu leben. "Moderner Strafvollzug", betonte Kutschaty, "ist auch der effektivste Opferschutz".
Der Neubau erweitert mit sieben Gebäudekomplexen die vorhandenen Kapazitäten und ermöglicht die Vergrößerung der Haftzellen. Weiterhin entstanden Werkstätten mit einem verbesserten Arbeitsplatzangebot, verschiedene Freizeiteinrichtungen, eine dem neuesten technischen Standard entsprechende Sicherheitszentrale sowie Büros für die Bediensteten. 30.000 Kubikmeter Fertigbeton wurden verbaut und eine Umwehrungsmauer errichtet, die über einen Kilometer lang ist. Mit einer ganzheitlichen Betrachtung von Planung und Bau wurde ein wesentlicher Beitrag geleistet, um die CO2-Emissionen und auch die Betriebskosten zu reduzieren: Bilfinger Berger Hochbau erarbeitete für die Energieversorgung ein Konzept, mit dem im Vergleich zu konventionellen Techniken rund 20 Prozent der Kosten für Energie und Wartung eingespart werden. Blockheizkraftwerke erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Auf diese Weise wird ein besonders hoher Wirkungsgrad erreicht.
Das Projekt wurde von der Großprojekteinheit sowie den Niederlassungen Köln und Leipzig gemeinsam realisiert. Auch die Technische Facheinheit Building Technology Center, die Beteiligungsgesellschaften bauserve und R&M Ausbau sowie die Konzerneinheit Wolfferts waren hier beteiligt.



